Männerhort

DSV, gesehen am 17.9.2011. Männerhort. Eine Komödie, die in der Zusammenfassung wirklich gut klingt. Männer unter sich. Fußball, Pizza, Dosenbier. Männergespräche. Über Frauen. Und über Frauen. Und auch sogar über Frauen. Klingt nach einem witzigen Stück. Männer und Frauen. Yep!

Männerhort. Wenn hier auch mal wieder, wie in so vielen Stücken, die Mädels zu kurz kommen, was die Rollen angeht. Aber egal. Können wir Mädels uns halt mal über die Jungens amüsieren. Yep!

Männerhort. Yep!

Okay. Seien wir ehrlich. Haben Sie die Aufführungen in Berlin gesehen? Die waren so was von genial, mit Bastian, und dem Kessler, und dem Dings aus der Serie, der immer diesen Büroboss, mit dem Frauennamen, Christoph Maria, genau, und dann war da noch einer, da war auch gut, aber ich weiß nie, wie der heißt! Haben Sie's gesehen, ja, ja? Das war so was von genial! Das ausverkaufte Haus hat gebrüllt vor Lachen, dass sich die Stühle nassmachten! Ich bin einmal gegangen, ich bin ein Dreivierteljahr später nochmal gegangen, ich konnte nicht anders, dieses Stück so was von -

Entschuldigung.

Männerhort. Ich habe mir das Stück zuschicken lassen. Jetzt liegt es im Karton. Und wird vermutlich, nein, ziemlich sicher, auch dort bleiben. Denn nicht das Stück war genial, sondern die Inszenierung. Ich habe Michael Kessler über seine Homepage damals gefragt, wie viel sie von dem Stück geändert haben für die Berliner Inszenierung. Die Antwort: 80%. Und ich habe ihm jedes einzelne Prozent geglaubt.

Männerhort. Die vier Männer im Hort der DSV gaben sich redlich Mühe. Amüsiert wurde sich vorwiegend verhalten, es gab eine Handvoll großer Lacher, verdient an diesen Stellen, aber im Grunde habe ich persönlich mir die ganze Zeit nur gewünscht, die Berliner Inszenierung gäbe es schriftlich vom Verlag als Alternativfassung, denn die war wirklich so was von... ich muss mich wiederholen: Genial!

DSV, es lag nicht an Euch. Ihr habt Euer Bestes gegeben, mit der Euch zur Verfügung stehenden Textvorlage. Sonst hättet Ihr auch 80% ändern müssen. Und das ist viel Arbeit, und dann die Rechte und so, naja, das kennen wir ja alle. Ich hoffe, Ihr nehmt es mir nicht übel, wenn in meiner Erinnerung die Berliner Inszenierung bleiben wird. An die wird nie wieder jemand herankommen. Aber Ihr habt Euer Bestes gegeben.

Männerhort. Eine nicht ganz leicht gefallene Stückbetrachtung . Im wahrsten Sinne des Wortes. Yep...

Daniela Faber, 11/10/11 


Seitenanfang